Maturatreffen trotz 3. Welle

Zu Beginn des Jahres gab es mehrere Versuche, Maturatreffen online abzuhalten, wobei die Teilnehmer-zahl ausbaufähig war. Die jüngsten Maturanten sind aus der 8C des JAHRGANGS 2015; sie scheinen einen besonders guten Zusammen-halt zu haben, weil sie sich seit ihrer Matura rekordverdächtige drei Mal getroffen haben.

Zum ersten „analogen“ Maturatreffen versammelte sich Anfang September mehr als ein Drittel der 8. KLASSE des Liebenauer JAHRGANGS 1957. Dass das ein ganz besonderer Jahrgang war, erkennt man an der Liste ihrer (ehemaligen) beruflichen Tätigkeiten: Finanzchef des ORF und der Salzburger Festspiele, Botschafter, leitende Ärzte, hohe und höchste Beamte. Darüber hinaus war die Klasse überaus sportlich, sie sorgte in den späten 1950er Jahren für den ersten Handballhöhepunkt in Liebenau. Die damalige Schul-mannschaft konnte sogar mit den heimischen Männermannschaften Schritt halten! Eine Anmerkung: In der Liebenauer Handballgeschichte gab es noch zwei weitere Höhepunkte, in den 1970er Jahren unter Roland Schnetzer und derzeit unter Georg Rothenburger, der kürzlich in den (Un-)Ruhestand gegangen ist.

Die 8. Klasse des MJ 1957 bei ihrem 64. Jubiläum; ganz links Dr. Hartwig Schreiber

DER Liebenauer Handballstar in den 1950ern und später auch in der Nationalmannschaft, die 1966 Weltmeisterschafts-Bronze erreichte, war Hartwig Schreiber. Wenn er zum Dreizehnmeterwurf (Feldhandball!) antrat (im Bild links unten), standen wir als jüngere Mitschüler Kopf.

Fotos und Text: Harald Fest, ATSE Waagner Biro

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Professor Kurt Pirscher unerwartet verstorben

Unerwartet und viel zu früh hat Mag. Kurt Pirscher am 7. September 2021
im 71. Lebensjahr seine letzte Reise angetreten. Seine Verabschiedung findet am 16. September um 11 Uhr in der Grazer Feuerhalle statt. Mag. Pirscher war fast 30 Jahre lang als engagierter Physiklehrer an unserer Schule tätig und hat die Liebenauer „Physiklandschaft“ belebt und geprägt. Berühmt, für manche Schüler*innen berüchtigt, waren die Drittelpunkte, die er seiner Notengebung zugrunde legte. Dabei versuchte er, mit unorthodoxen Fragen festzustellen, ob die Befragten auch verstanden, was sie gelernt hatten.

Kurt Pirscher war ein fröhlicher Mensch, er hatte immer einen Witz, einen pointierten Sager auf Lager, oft garniert mit einer kräftigen Prise Spott oder gar Zynismus. Wenn aber jemand seinen überzogenen Äußerungen widersprach, war er sofort bereit, die Richtigkeit des Einspruchs zuzugeben. Kurt Pirscher blieb auch nach seiner Pensionierung im Jahr 2013 der Schule verbunden, besonders dem Volleyball, wo er immer half, wenn Not am Mann war. Er war vielseitiger Sportler, Fotograf, Weltreisender und bis zuletzt „Grillmeister“ beim Sommerfest.
Kurt Pirscher wird eine Lücke hinterlassen, die wohl niemand wird schließen können. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, besonders seiner Gattin und seinen vier Kindern.

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In Memoriam Prof. Josef Eder

Nach langer schwerer Krankheit ist am 8. Juni 2021 OStR. Mag. Josef Eder im 82. Lebensjahr verstorben. Josef Eder wurde 1939 zwei Monate nach dem Beginn des letzten Welt-krieges geboren und entstammt einer achtköpfigen bäuerlichen Familie in der Nähe von Feldbach. Nach der Reifeprüfung an einem humanis-tischen Gymnasium in Graz und einem „Schnupperjahr“ an der Technischen Hochschule begann er 1959 an der KFU Graz das Lehramts-studium für Mathematik und Physik, das er bereits 1963/64 erfolgreich abschloss.
Professor Eder war dann von 1963 bis 1999 an der BEA und der späteren HIB Graz-Liebenau mit hohem

Engagement als Mathematik- und Physiklehrer tätig. Er hat sich über seine Lehrtätigkeit hinaus große Ver-dienste um den naturwissenschaft-lichen Bereich des Schulstandortes Liebenau erworben, indem er als Kustos eine umfangreiche Physik-sammlung aufbaute und Jahrzehnte lang betreute. Als Personalvertreter hat er sich erfolgreich für seine Lehrerkollegen* eingesetzt, auch wenn er dabei in Widerspruch zur Schulleitung geriet.

Seine Unterrichtsarbeit war geprägt von hohen dem Schulkonzept entsprechenden Leistungsanforderungen und einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Sein Ziel war es, den Schülern* eine gediegene naturwissenschaftliche Ausbildung zu vermitteln. Manchen von ihnen wurde das erst später bewusst, wenn sie in ihren Studien auf diese Grundlagen zurückgreifen konnten.

Josef Eder wurde seinem Wunsch entsprechend im engsten Familienkreis von dieser Welt verabschiedet. Die Schule, Lehrer* und Absolventen* sowie der Alumni Club Liebenau werden ihm für seine großen Verdienste ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner trauernden Familie.

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Saubermann und Botschafter – Zwei erfolgreiche Absolventen

Thomas GRIESSLER (MJ 2001), der „Saubermann fürs Schmutzwasser“, hat während und nach seinem Physikstudium seine fixe Idee einer umweltfreundlichen und billigen Wasseraufbereitung („Ich habe immer gewusst, einmal wird es gelingen.“) bis zur Patentreife geführt. Das Prinzip, die Osmose, genauer gesagt die Vorwärts-Osmose, ist der Natur abgeschaut. Alle Pflanzen trinken ihr lebensnotwendiges Wasser, nachdem es in den Wurzeln durch eine halbdurchlässige Membran gefiltert und gereinigt wurde. Das Wasser diffundiert durch die Membran, der Schmutz bleibt zurück.

Bei der technischen Umsetzung nun muss das Wasser dazu „bewegt“ werden, durch die Membran zu fließen. Und da kommt die zweite geniale Idee zu Hilfe: Das Wasser wird mit winzigen Metallpartikeln versetzt und kann dann mittels Magnetfeld durch die Membran hindurch gesteuert werden. Die Wasseraufbereitung per Vorwärts-Osmose ist deshalb umweltfreundlicher, nachhaltiger und billiger als die traditionelle Umkehr-Osmose, weil sie weniger als halb so viel Energie benötigt und auch stark verschmutztes Wasser reinigen kann, das bisher zur Entsorgung verbrannt werden musste.

Vorwärts-Osmose von fluvicon

Mit seinem Start-up „fluvicon“, das in Leoben direkt neben der Montan-Uni angesiedelt ist, gelang es Thomas Grießler, 2018 die Agri-Water-Innovation-Challenge in Südafrika zu gewinnen, die von der Wirtschaftskammer Österreich zur Behebung der Wasserknappheit in Kapstadt veranstaltet worden war. Auch in Deutschland ist fluvicon schon erfolgreich. Die junge Firma zog kürzlich ein von der deutschen Bundesregierung gefördertes Fluss-aufbereitungsprojekt an Land, dessen Volumen zwei Millionen Euro beträgt, und das zunächst nur für die Demonstration.

Der zweite Liebenauer, den es vorzu-stellen gilt, ist vermutlich schon auf dem Höhepunkt einer glanzvollen Karriere angelangt. Wolfgang Lukas STROHMAYER (MJ1983, extern) ist seit einem Jahr österreichischer Botschafter für Australien, Neu-seeland und Ozeanien. Er war nach seinem Philosophiestudium und dem Abschluss der Diplomatischen Akademie in Wien an den öster-

reichischen Botschaften in Agram, Bonn und Budapest tätig sowie im Außenministerium während der österreichischen Ratspräsidentschaften mit verschiedenen EU-Agenden betraut. Er war Generalkonsul in Straßburg und Ständiger Vertreter Österreichs im Europarat. Als Abteilungsleiter im Außenministerium war er maßgeblich an der Evakuierung von Österreichern aus Syrien beteiligt, ebenso wie 2020 als Botschafter an der Heimholung österreichischer Staatsbürger aus dem pazifischen Raum.

Im März dieses Jahres hat er im Zuge der Novelle des Staatsbürgerschafts-gesetzes einer Reihe von direkten Nachfahren österreichischer NS-Opfer die österreichische Staats-bürgerschaft verliehen. So zum Beispiel der Familie von Ian Ernst, der 1938 als Baby mit seinen Eltern nach Australien emigrieren musste.
Bei einem großen Empfang nahmen
Ian Ernst, sein Sohn Christopher
und seine Enkel Ethan und Callum

die begehrten Dokumente entgegen. Ian Ernst freute sich, dass mit der österreichischen Staatsbürgerschaft ein Kreis seiner Familiengeschichte geschlossen ist. Sein Elternhaus auf der Hohen Warte in Wien war übrigens bis in die 2000er Jahre der offizielle Wohnsitz des Bundespräsidenten.

Quellen: Kleine Zeitung (12.5.2021, 18.4.2021), fluvicon.com, bmeia.gv.at

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In Memoriam GERNOT RETTENSTEINER

Der Alumni Club Liebenau erfüllt die traurige Pflicht, den Heimgang eines langjährigen Mitglieds bekannt zu geben: Prof. Mag. Gernot Rettensteiner ist am 27. März 2021 im Alter von 77 Jahren in Wien verstorben.

Gernot Rettensteiner stammt aus Oberösterreich und hat an der KFU Graz die Lehramtsstudien für Leibesübungen und Geographie absolviert. Nach seinem Studium blieb er in Graz und trat im Herbst 1970 als Lehrer und Erzieher in die BEA Graz-Liebenau, heute BG/BORG(HIB), ein. Mehr als 36 Jahre lang erfüllte er dort mit vollem Engagement und nie versiegender Energie seine Unterrichts- und Erziehungspflichten, ehe er 2006 in den Ruhestand trat.

Auf dem Gipfel des Assekrem in der Sahara, 1975

Ein Ruhestand, der viel eher ein „Unruhestand“ war. Gernot Rettensteiners Leben war von seinen beiden Unterrichtsfächern geprägt, vom Sport und der Geographie. Seine Reise- und Abenteuerlust führte ihn vom Süden Afrikas in den fernsten Osten Asiens. Seine sportlichen Aktivitäten reichten vom Geräteturnen bis zum Bergsteigen, ausgenommen die Ballspiele. Wer es erlebt hat, erinnert sich mit Freude an ein Fußballspiel Lehrer gegen Schüler, bei dem er als Torhüter erfolglos dem Ball nachjagte. Sein Porträt wäre aber nicht vollständig, würde man auf seine Liebe zur Volksmusik vergessen. Aus Oberösterreich brachte Gernot Rettensteiner seine Begeisterung für das Geigenspiel mit und war bis vor kurzem bei vielen volkstümlichen Anlässen als Musikant oft und gern gesehener Gast.

Gernot Rettensteiner war kein ruhiger, ausgeglichener Mensch. Er war voller Energie und Lust auf Neues, ständig auf dem Sprung, immer in Bewegung, nie mit dem Erreichten zufrieden. In seinen Urteilen und Entscheidungen war er oft spontan, in weiterer Folge aber konsequent, auch wenn seine Sicht der Dinge manchmal in Widerspruch zu seinem Umfeld geriet. Umso erstaunlicher ist die heitere, ruhige Gelassenheit, mit der er in seinem beeindruckenden Abschiedsbrief auf seinen letzten Gipfel zugeht und in der Abfahrt eine letzte leichte Spur hinterlässt.

Der Alumni Club wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Requiescat in pace.

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HEINRICH PÖLZL Malerei und Zeichnungen

Der Alumni Club Liebenau teilt mit: Am 11. März 2021 wird in der Grazer Galerie Zentrum, Glacisstraße 9, eine Ausstellung von Werken des vor fünf Jahren verstorbenen Malers und Kunstpädagogen Heinrich Pölzl eröffnet. Heinrich Pölzl war ab 1952 fast 40 Jahre lang an der BEA, später HIB Graz-Liebenau als Kunsterzieher tätig und hat Generationen von Schüler*n für die Bildende Kunst begeistert und damit ihr Leben bereichert. Sein künstlerisches Wirken strahlt aber weit darüber hinaus. Er zählt mit seiner Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen zu den wichtigsten Vertretern der steirischen Moderne.

Davon zeugen zahlreiche Aus-
stellungen und Auszeichnungen, wie das Große Goldene Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Ein Teil seiner insgesamt rund 9000(!) Werke befindet sich in öffentlichen und privaten Galerien und Sammlungen. Für den Eröffnungstag wird wegen des Teillockdowns gebeten, sich über folgenden Link anzumelden: https://doodle.com/poll/8uy4k59atshw7dwu?utm source=poll&utm medium=link Für die weiteren Ausstellungstage bis 27. März 2021 ist keine Anmeldung erforderlich.

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PETER PICHLER VERSTORBEN

Der Alumni Club Liebenau erfüllt die traurige Pflicht mitzuteilen, dass sein Mitglied Peter Pichler (MJ 1976) im November 2020 im Alter von 62 Jahren plötzlich und unerwartet an einer Gehirnblutung verstorben ist.
Dr. Peter Pichler hat 1976 im letzten Jahrgang der BEA Graz-Liebenau, jetzt HIB, die Reifeprüfung mit Auszeichnung abgelegt. Er hat Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Graz und Wien studiert und mit dem Doktorat abgeschlossen. Er war in Paris, London und Rom im Bankwesen tätig, zuletzt im Manage-ment der Chase Manhattan Bank Austria. 1990 wurde er in den Vorstand der Berndorf AG berufen, die er ab 2008 als Vorstands-vorsitzender leitete. Im Juli 2020 trat er in den Ruhestand, den er tragischerweise nur wenige Monate genießen konnte. Neben seinen großen beruflichen Erfolgen war Peter Pichler sportlich und musikalisch aktiv, er spielte Saxophon, und war seiner Schule stets positiv verbunden. Alle, die ihn kennen, werden ihm stets ein ehrenvolles Andenken bewahren. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.

Für den Alumni Club Liebenau: Harald Fest

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MAMMA MIA ! —– 25 Jahre HIB.ART.CHOR !

„Fünfundzwanzig Jahre und für immer jung!“ So könnte das Motto für das Jubiläumsjahr 2020 lauten, das der HIB.art.chor trotz aller coronabedingten Einschränkungen mit großartigen Erfolgen absolviert hat. Natürlich gab es weniger Live-Auftritte als in den letzten Jahren, aber die traditionellen Großereignisse konnten bisher allesamt ohne Qualitätseinbußen auf und über die Bühne gebracht werden. Zuerst die alljährliche internationale Chorreise, über die wir schon berichtet haben. Sie fand heuer im Jänner statt, führte nach Japan und wurde von der ersten asiatischen Goldmedaille gekrönt.

20.9.2020 HIB.art.chor in MAMMA MIA 2 !

Im Sommer waren die Corona-Regeln zum Glück gelockert, deshalb konnten auch die 25. Sommersingwochen auf Schloss Traunsee mit relativ geringen Auflagen stattfinden. Das siebzehntägige Trainingslager dient in erster Linie dazu, die große szenische Musical- bzw. Operettenaufführung im Herbst vorzubereiten, zu proben und aufführungsreif zu machen. Dies war beim heuer gewählten ABBA-Musical „MAMMA MIA 2!“ aufwändiger, weil es – anders als im Vorjahr bei Mamma Mia 1 – nur den vor zwei Jahren erschienenen Film und Soundtrack gab. Es musste also erst eine eigene Bühnenfassung erarbeitet werden. Dazu kamen wie jedes Jahr Textbuch, Notentranskription, Arrangements, Choreographie, Lichtregie, Kulissenmalerei und Requisiten. Das alles hat die mit unerschöpflicher Energie agierende Chorleiterin Maria Fürntratt (MJ 1988) mit Hilfe eines Teams von aktiven und ehemaligen Chorsängern erfolgreich bewältigt.

Und die drei schon lange vorher ausverkauften Aufführungen Mitte September auf der Liebenauer Parkbühne werden auch zum erwarteten und heftig applaudierten Riesenerfolg. Effektvolle Lichtregie, perfekt choreographierte, begeistert und locker getanzte Chorszenen, feine, natürliche Kinder- und Jugendstimmen, selbst A-capella-Stellen werden selbstbewusst und sicher intoniert (Sophie Sinabell!).

Mit einem Wort, ein Abend zum Genießen und Staunen, wie souverän und lebendig junge Menschen spielen, singen und tanzen können, wenn sie richtig gefördert und gefordert werden. Das gilt auch für die Jungen Grazer Instrumentalisten, die – zwar ein wenig im Schatten der Bühne stehend – auch die heurige Aufführung präzise und mit viel Animo begleiteten. Unter ihnen die ehemalige Chorsängerin Magdalena Fürntratt (MJ 2017) an der Harfe.

Zu Maria Fürntratts Tochter aus aktuellem Anlass eine Anmerkung: Die junge steirische Harfenistin und Komponistin hat vor wenigen Tagen den Dombrowski-Preis für Musik (Komposition) erhalten. Der Alumni Club gratuliert sehr herzlich und wünscht viel Erfolg für den ins Auge gefassten Sprung ins Ausland.

Am Ende dieses 25. Jubiläumsjahres stand dann ein offizieller und feierlicher Höhepunkt: Der HIB.art.chor erhielt Mitte Oktober für seine großen künstlerischen Leistungen das Steirische Landeswappen verliehen. Landeshauptmann Schützenhöfer persönlich überreichte unmittelbar nach seiner Corona-Auszeit die Urkunde an die musikalische Leiterin Mag. Maria Fürntratt und den organisatorischen Leiter DI Günter Fürntratt. Die Feier musste wegen der zahlreichen Besucher und der ebenso zahlreichen wie unvermeid-lichen „Baby-Elefanten“ in die Blue Box verlegt werden. Unter den vielen Ehrengästen befand sich auch ein Absolvent der HIB Liebenau, Dr. Andreas Hausberger (8S-Klasse des MJ 1992), der in der steirischen Bildungsdirektion für den Sportunterricht zuständig ist. Die musikalische Gestaltung oblag, wie könnte es anders sein, dem HIB.art.chor, der die Feier mit einem rasanten Mamma-Mia-Medley beschloss.

Überreichung des Steirischen Landeswappens: Dir. Svoboda, LH Schützenhöfer,
Günter und Maria Fürntratt

Text und Fotos: Harald Fest, Programmheft zu Mamma Mia 2 

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Spitzenleistungen weiblich, Teil 2: Fußball – Viktoria Schnaderbeck fast „Österreicherin des Jahres“

Im alljährlichen „Presse“-Wettbewerb zum Österreicher des Jahres wäre Viktoria Schnaderbeck (2005-07 in der HIB-Fußballklasse) beinahe Siegerin der Kategorie Erfolg International geworden. Im Publikumsvoting hat sie das Dreierfinale erreicht und musste sich nur dem Genetiker Josef Penninger geschlagen geben, dessen aussichtsreicher Corona-Wirkstoff sich als einer der ersten im Teststadium befindet.

Schnaderbecks Karriere in Stichworten: 2007 mit 16 Jahren(!) im Frauenteam von Bayern München (131 Spiele, zwei Mal deutscher Meister), 2018 als erste Österreicherin in der englischen Liga bei Arsenal London (engl. Meister), Führungsspielerin und Kapitänin des Nationalteams. Aber Schnaderbeck denkt und lebt über den Fußballplatz hinaus. Sie hat ein Sportmanagement-Studium absolviert, kämpft für Gleich-berechtigung ebenso wie gegen Diskriminierung und engagiert sich in sozialen Projekten; so vermittelt sie etwa mit Hilfe des Sports tansanischen Mädchen Selbstbewusstsein und verbesserte Lebensperspektiven.

Aus aktuellen Gründen noch eine Anmerkung zum Nationalteam, das kürzlich bei der Qualifikation für die Europameisterschaft in einem heroischen Abwehrkampf ein Unent-schieden gegen Frankreich erkämpft hat; eine großartige Leistung, wenn man bedenkt, dass die Französinnen 3. der Weltrangliste sind, die Österreicherinnen aber nur 22. 

Österreich – Frankreich 0 : 0 / Wenninger beim Kopfball

Neben Viktoria Schnaderbeck (links) gehören noch zwei weitere ehemalige HIB-Schülerinnen zum Stamm der Nationalelf: Carina Wenninger (Mitte) und Sarah Puntigam (rechts). Alle drei waren ausgezeichnete Schülerinnen, haben zusammen 276 (!) Spiele für die Nationalmannschaft bestritten und eine fast deckungsgleiche Fußballkarriere absolviert. Mit 16 Jahren wagten sie den Schritt nach Deutschland zu Bayern München, wo sie jahrelang Stamm-spielerinnen waren. Wenninger spielt immer noch in München, Schnaderbeck in der englischen Liga und Puntigam in der französischen Liga beim HFC Montpellier.

Der ACL gratuliert den drei Vorzeigeprofis zu ihren großartigen Leistungen und wünscht der gesamten Nationalmannschaft viel Erfolg bei der Europameisterschaft.

Quellen: Die Presse (16.9. und 16.10.2020) / Kleine Zeitung (25.10.2020) / Websites (Puntigam, Schnaderbeck)  /  Text: Harald Fest (3.11.2020) 

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Spitzenleistungen weiblich: Literatur und Fußball / Teil 1: LISA ECKHARTS „OMAMA“

Die Slam-Poetin und Kabarettistin Lisa Eckhart (MJ 2009) hat mit ihrem im Sommer erschienen Erstlingsroman „Omama“ einen Riesenerfolg gelandet, den sie zu einem guten Teil ihrer großen Präsenz in praktisch allen deutschsprachigen Medien verdankt. Als sie nämlich zum Literaturwettbewerb um den Hamburger Kühne-Preis eingeladen war, warf man ihr Antisemitismus vor. Aus Angst vor „Antifa-Ausschreitungen“ wurde sie wieder ausgeladen, dann wegen einer Welle von Pro-Eckhart-Reaktionen doch wieder eingeladen, zu guter Letzt hat sie selber abgesagt. Ihr Erfolg war so durchschlagend, dass sie gerüchteweise schon einen Vertrag mit dem „Playboy“ in der Tasche hat.

Eckharts Texte sind Satiren, sie verwenden das uralte Stilmittel der Verspottung durch Übertreibung und entlarven (Vor-)Urteile und Klischees, indem sie sie ad absurdum führen. Sie verwenden eine hochgestochene Sprache voller literarischer Stilmittel, Anspielungen und Wortspiele kontrastiv garniert mit vulgären Ausdrücken. Beispielhaft dafür das zweite Kabarettprogramm, „Die Vorteile des Lasters“; es analysiert satirisch die sieben klassischen Laster oder Hauptsünden. In ihrem Roman „Omama“ nun zeichnet und überzeichnet Lisa Eckhart ein satirisches Porträt ihrer Großmutter und des steirischen Ortes, in dem sie aufgewachsen ist. Sie persifliert auf diese Weise alles, was ihr über den Weg läuft: von den zwei ‚begluckenden‘ Großmüttern im großartigen Prolog bis zum Dorftrinker, der mit Schnaps das brennende Feuerwehrhaus zu löschen versucht.

Auch vor sich selbst macht Eckhart nicht Halt, wenn sie sich mit dem größten Diktator österreichischer Herkunft auf dieselbe Stufe stellt: „Sie jubeln mir zu, diese Deutschen! Einer an Kunstschulen abgelehnten, grantelnden Österreicherin. Sie lernen nicht dazu!“ Das Schlusswort hat Andrea Schurian*: Ja, diese Lisa Eckhart ist speziell. Und „Omama“ ein ziemlich fetziger Roman, der den Kühne-Preis verdient hätte.

Quellen: A.-M. Wallner, K.-P., Th. Maurer, A. Schurian* (Die Presse, 13./12./11.8.2020)  Fotos: Die Presse, youtube.com  /  Text: Harald Fest 

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